Entsprechend ihrer Transportmechanismen, bzw. Ihrer Transportstadien werden Seifen unterschieden.
Residual-Seifen, die sich direkt über der Lagerstätte bilden, werden in Kapitel Verwitterungs-Lagerstätten angesprochen. Sie werden hier nicht näher erläutert.
Eluviale Seifen werden durch Hangrutsche oder Hangfließen des Bodens gebildet. Man findet sie am Hang direkt unterhalb des Lagerstätten-Ausbiss.
Fluviatile oder alluviale Seifen führen zu einer weiteren Anreicherung der Mineralien durch fließendes Wasser. Während der Entwicklung eines Fließgewässers werden kontinuierlich Seifen gebildet, so finden sie sich auch in verschiedenen fossilen oder rezenten Ablagerungsbreichen eines Baches (Hoch-, Mittel- und Nieder-Terrasse, sowie rezenter Bachlauf). Durch Dichte, Kornform, Korngröße, Oberflächenbeschaffenheit und elektrostatische Eigenschaften kommt es zu einem unterschiedlichen Verhalten der Mineralkörner während des Transportes und Ablagerung. Der genau formale mathematische und naturwissenschaftliche Hintergrund der Bildungsvorgänge eluvialer und alluvialer Seifen wird später in einem Sonderkapitel erläutert. Im folgenden werden Beobachtungen und allgemeine Erfahrungswerte kurz referiert. Seifen kommen meist an gut lokalisierten Stellen mit morphologischen Änderungen zur Ablagerung (Beispiele sind: Querbarren, Felsblöcke, Baumstämme, Kiesbänke,...). Diese führen zur Änderung der Strömungsgeschwindigkeit und damit zu einem Ungleichgewicht zwischen der Transportkraft der Strömung und der Schwerkraft der Körnchen. In Abhängigkeit des Gewichts wird das Korn weiterbewegt oder sedimentiert. Damit diese uneffiziente (Mineral-unspezifische) Schweretrennung wirksam werden kann, braucht sie Zeit oder ein bereits angereichertes Ausgangssediment. Das auftreten primärer alluvialer Seifen ist auf einige Kilometer Umkreis um die Lagerstätte begrenzt. Die meist feinkörnigen Seifenminerale finden sich dabei meist in grobkörnigen Sedimenten. Dies hängt mit den oben genannten Eigenschaften zusammen. Die höchsten Goldgehalte finden sich im Bachlauf oberhalb des erodierten Bed-Rock oder dicht gepackter meist toniger Feinsedimente, dem sog. False-Bed-Rock. Der Grund für diese Anreicherung ist nicht völlig geklärt. zwei Theorien werden diskutiert: "aktive Schicht" und "lag deposit". Die Theorie der aktiven Schicht geht davon |
aus, dass sich die Schwerminerale durch die unterlagernden Sedimente durcharbeitet und dann auf dem Untergrund verbleiben. Der Untergrund wirkt dabei wie ein Filter, der den Sedimenteintrag auf Schwerminerale beschränkt. Die Theorie des lag-deposit billigt den jährlichen Hochwässern eine entscheidende Rolle zu. Vor allem die Frühjahrs-Hochwässer führen zur Umlagerung von Kies und Sand, während die Schwerminerale zurückbleiben und sich allmählich anreichern. So führen z.B. in deutschen Flüssen antropogene Prozesse zur Sedimentfiltrieren mit Schwermineralanreicherung und Frühjahrs-Hochwässer, besonders in Hochgebirges-Regionen, führen zur Anreicherung von Gold in Vorland-Flüssen. Das Auftreten undeformierter Goldkristalle und Nuggets lässt für Gold ebenfalls eine Lösung und Ausfällung durch Reduktion annehmen.
Laterale Seifen (bzw. marine oder lakustrine Strandseifen): Durch die ständige Bewegung in Brandungszonen von Küsten und Stränden werden Minerale entsprechend ihrer Dichte sortiert. Andere Einflussfaktoren scheiden hier aus, da die Körner überwiegend in der selben Korngrösse vorliegen. Der ständige Küstenstrom führt Material zu, Rip-Strömungen führen aber überwiegend leichtere Bestandteile vom Strand ab. Dies führt zu einer ausgeprägten Anreicherung der Schwerminerale (Bsp. Granatsand). Ihr hoher Schwermineralgehalt (bis zu 80%) gibt Strandseifen (sowohl Fossil als auch Rezent) eine globale Bedeutung. Sie werden besonders wegen ihrer Gehalten an Rutil, Ilmenit und Zirkon, aber auch wegen Diamanten abgebaut. Der Gehalt an Gold und Platinmetallen ist gering. (Bsp. Strandseife in Ägypten)
Glaziale Seifen: Der Transport von Sedimenten durch Gletscher trägt nicht oder nur unwesentlich zur Anreicherung von Schwermineralen bei. Gleichwohl gibt es Gold- oder Diamanten-führende Muränen wie in Wisconsin oder Michigan (USA). reiche Seifenlagerstätten entstehen aber durch fluvioglaziale Prozesse. Schmelzwasser-gespeiste Gebirgesbäche reichern die Schwerminerale der Muränenablagerungen entsprechend alluvialen Seifen an (Bsp. fluvioglaziale Goldseifen in Neuseeland).
Äolische Seifen: Durch das Ausblasen von freiliegenden Sedimenten z.B. in Wüsten oder an Küsten können leichtere Bestandteileverfrachtete werden, während die Schwerminerale zurückbleiben. Größere Steine können als Hinderns dienen und so sammeln sich auf der Wind-zugewandten Seite Schwerminerale. Ein bekanntes Beispiel sind die äolischen Diamantseifen in Namibia. |