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Pakistan

Im Jahr 2006 führte mich eine geomorphologische Expedition der Universität Göttingen in die nordöstlichen Gebiete Pakistans. Wir landeten in Islamabad und fuhren über den weltbekannten Karakorum Highway vorbei am 8125 m hohen Nanga Parbat nach Skardu.

Von dort ging es mit geländegängigen Fahrzeugen ins Husche-Tal. Von der letzten Ansiedlung Husche auf gut 3000m begann der Aufstieg in die Seitentäler des Masherbrum (7821m).

Der höchste Punkt, der von der Expedition erreicht wurde, lag mit knapp unter 5000m auf dem Gondogoro-Gletscher. Von hier sieht man einen der schönsten Berge in Zentralasien: den pyramidenförmigen 6009m hohen Laila Peak.

Laila Peak

Der Anblick des Laila Peaks lässt jeden Trekking-Touristen zur Kamera greifen.

Neben der Forschungsarbeit, nutzte ich jede Gelegenheit um Kontakt zur lokalen Bevölkerung aufzunehmen. So führte ich intensive Gespräche mit gläubigen Sunniten und traf unvermittelt mit lokalen Goldgräbern zusammen. Der folgende Bildbericht gibt einen Eindruck von den atemberaubenden Natur und einer fremden schönen Kultur.

Den Letzten fressen die Schneeleoparden

Um unser Ziel im Hochgebirge zu erreichen, nutzten wir unterschiedlichste Transportmittel. Zu Anfang und am Ende der Tour konnten wir Fahrzeuge einsetzen. Die Wege, die wir dabei befuhren, hätten in der westlichen Welt diesen Namen nicht mehr verdient.

Mehr als einmal hing nicht nur unser Terminplan sondern unser Leben von den Fahrkünsten des Drivers ab. Schlammströme, sogenannte Muren, hatte die Straßen auf einer Länge von 50km mehrfach unpassierbar gemacht. Doch fand er mit einem Rad über dem Abgrund immer einen Weg durch die Schlamm- und Geröllmassen.

Im eigentlichen Hochgebirge, konnten wir nur zu Fuß weiterkommen. Die Höhe und die Traglast, die bei den Teilnehmern bis zu 15kg betrug, forderten ihren Tribut. Für Strecken von wenigen Kilometern mussten mehrere Stunden eingeplant werden. Einzelne Teilnehmer vertrugen die Höhe nicht, so dass nur der Abstieg für sie blieb.

Eine der größten Gefahren in diesen Gebieten sind die nicht existierenden Rettungsdienste. Auch ein kleiner Unfall kann hier fatale Folgen haben.

In den Tälern bringen uns die Geländewagen unserem Ziel näher.

Der Tross setzt sich aus einer ganzen Reihe von Wagen zusammen, die sowohl die Personen als auch die Ausrüstung transportieren. 

Auch auf dem Dach der Welt bleibt man nicht von Bürokratie verschont. Also bevor es losgeht, werden erst mal alle Papiere kontrolliert.

Im Gegensatz zu den Teilnehmern können die höhenerfahren Porter (Träger) bis zu 35 kg schultern. bei der Verteilung der Lasten gilt eine strenge Hierarchie. Je angesehener und höhergestellt der Porter ist, desto bessere Ausrüstung trägt er. Besonders beliebt sind die Alu-Transportkiste.

Auch ältere und erfahrene Porter mit ihrer traditionellen Kleidung gehören zu dem Team. Man achte auf das einfache Schuhwerk.

Die Träger haben meinen größten Respekt erworben. Wenn man sieht mit welch einfachen und selbst- hergestellten Tragesystemen sie die schweren Lasten bewältigten. 

Die Esel, die hier zum Einsatz kamen, waren vermutlich durch die karge Ernäherung und Höhe nicht so groß wie ihre europäischen Artgenossen.

Einige Passagen sind sehr gefährlich. Wenige Stunden alte Murenabgänge müssen überquert werden. Es besteht dabei jeder Zeit das Risiko, dass sich unverfestigtes Material über uns oder unter unseren Füssen löst...

Solche gefährlichen Stellen sind besonders für die Träger schwierig. Träger mit ausladenden Lasten und die Lasttiere können diese Engpässe erst überwinden nachdem Durchgänge geschafften wurden.

Jeder Schritt - ein Abenteuer. Die Brücken sind äußerst wackelig.

Trotz der geringen Größe ist der Bach gefährlich. Wer hier ins Wasser stürzt, kühlt schnell im Gletscherwasser aus und wird von der enormen Wasserkraft mitgerissen ohne sich an Land retten zukönnen.

Muren blockierten auf dem Rückweg weite Straßenabschnitte. Bei Überqueren dieser Hindernisse versank man an manchen Stellen bis zum Knie im Schlamm und auch die Geländewagen sind am Ende der Reise nicht mehr sauber. :-)

Trekking im Tal des Husche

Der Goldgräber und das Schlitzohr

Am Rand des Flusses Husche begegneten wir einem Goldwäscher. Dieser nahm uns mit zu seinem Claim. Mit seiner hölzernen Wachpfanne trennt er das Flussgold vom Sand. Neben dem Gold fanden sich dort auch wertvolle Edelsteine wie Rubine.



Der Leiter der Expedition Herr Prof. Dr. Matthias Kuhle ist 2015 bei einer Exkursion in Nepal durch einen Steinschlag während des verheerenden Erdbebens der letzten Jahre ums Leben gekommen. Ich bedauere seinen Tod sehr, da ich durch diesen engagierten Dozenten sehr viel gelernt habe. Die Berge waren sein Leben.