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Geologie - Die Wissenschaft von den Gesteinen

Geologie ist die Lehre vom Aufbau der Gesteine. Sie befasst sich dabei nicht nur mit der mikroskopischen Zusammensetzung einzelner Gesteine sonder untersucht auch makroskopische Vorgänge, wie das Entstehen und Vergehen von Gebirgen und Meeren. Unser heutiges Wissen basiert dabei auf Jahrhunderte alten Erfahrungen.

Agricola liefert uns mit seinen Werken aus dem 16 Jahrhunderts einen frühen umfassenden Überblick des bergmännischen Wissens. Wie der geschichtlich Interessierte weiß ist Bergbau Jahrtausende älter (prähistorischer Bergbau auf Malta). Viele manuelle Techniken blieben bis zum Beginn der Industrialisierung gleich (Bsp. Goldwaschen). So ist gibt Agricola`s Werk nicht nur den Bergbau des 16 Jahrhunderts wider.

Mit dem Erstarken nationaler Staaten und dem Beginn der Massenproduktion standen die Herrscher Europas vor dem Problem der Rohstoffsicherung. Die vorhandenen Ressourcen reichten nicht aus den steigenden Bedarf z.B. an Kohle zu befriedigen. Zufällige Funde konnten diesen Trend nicht bremsen. Neue -geologische- Grundlagen für die Prospektion waren nötig und Wissenschaftler einer neuen Ära nahmen diese Herausforderung an. Forscher wie James Hutton und Alexander von Humbolt prägten Begriffe wie Plutonismus, Neptunismus, Kreislauf der Gesteine, Stratigraphie und viele mehr. Viele Theorien dieser Zeit haben bis heute, wenn auch meist in veränderter Form noch Gültigkeit. Grundlage aller Theorien ist akribische Arbeit sowohl im Labor als auch im Gelände.

Eine der umstrittensten Fragen von Beginn bis Mitte des 20 Jahrhunderts war die Wegner`sche Kontinentaldrift. Als Mobilist postulierte er die Bewegung der Kontinente und erklärte damit die Kontinent-Ozean-Verteilung. Seine Kontrahenten, die Fixisten, gingen dagegen von Ortsgebundenen Deformationsprozessen aus. Dis bedeutet, dass Ozeane autochton sind und durch Krustenbrüche / Geosynklinalen (Mulden) entstanden. Ein bekannter Vertreter dieser Theorie war Herman Stille. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete er für die Preußisch Geologische Landesanstalt. und kartierte im Rheinischen Schiefergebirge.

Zu den Aufgaben eines Geologe gehört es Gesteine im Gelände zu kartieren. Dafür muss man auch mal in Höhlen hinabsteigen und seinen Hammer (Größenvergleich) fotografieren.

Die Arbeit von Stille und seinen Kollegen waren von hohen geologischen Wert, da sie diese Region erstmal in den wissenschaftlich Blickpunkt rückten. Aus den vorangegangen Jahrhunderten sind nur vereinzelte Erwähnungen bekannten, so bei AGRICOLA (1556), WALDSCHMIDT (1750), HOFFMANN (1838). Mit der geologischen Landesaufnahme von Stille, Paeckelmann, Denckmann und deren Kollegen beginnt die systematische geologische Bearbeitung des Geländes. Sie wird in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg fortgesetzt. Durch die Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges mussten die Arbeiten beendet werden. In der neu entstandenen Bundesrepublik Deutschland war es nur noch wenigen Geologen der ersten Stunde möglich im Gebiet des Rheinischen Schiefergebirges weiterzuarbeiten. An der Universität Göttingen fand unter Hermann Schmidt und Dieter Meischner eine intensive geologische und paläontologische Erforschung des Gebietes statt. Parallel dazu wurde an der Universität Marburg unter C.W. Kockel geforscht.

Auch heute ist das Rheinische Schiefergebirge nicht in Vergessenheit geraten. Jährlich finden in dem Gebiet um Adorf die geologischen Kartierübungen für fortgeschrittene Semester des GZG der Universität Göttingen statt. Gebiete um Medebach wurden kürzlich neu kartiert und die paläozoische Fauna steht bei einigen Göttinger Forschern im Mittelpunkt (Brachiopoden und Ostracoden)