Die ältesten Gesteine im Waldecker Landwerden dem Mitteldevon zugeordnet. Die Tonschiefer, Grauwacken und quarzitischen Sandsteine treten im Kern Großer Sattelstrukturen (z.B. dem Ostsauerländischem Hauptsattel) zutage. Die devonischen Gesteinsserien zeichnen sich durch eine differenzierte laterale Faziesänderung aus, d.h. zur gleichen Zeit wurden in dem morphologisch gegliedertem Meeresbecken unterschiedliche Sedimente abgelagert. Eine der schönsten stratigraphischen Abfolgen dieser Art für das Devon findet sich an der östlichen Diemel-Uferstraße.
Zu Beginn des Mitteldevon herrschte eine überwiegend homogene Sedimentation in der gesamten Region vor. Die Gesteine der Eifelstufe werden an der Basis von tonigen Gesteinen dominiert. Isoliert finden sich Dachschiefer (Kellerwald). Zum Hangenden (zum jüngeren) werden die Gesteine sandiger und gehen in reine Sandsteine wie der Eisenbergquarzit ("Eisenberg" am Diemelsee) über. Im unteren Givet ändert sich dieses homogene Erscheinungsbild noch nicht. Im gesamten Meeresbecken werden tonige "Tentaculitschiefer" abgelagert (benannt nach einem Fossil, das mit heutigen Bryozoen verwandt ist). Zusätzlich setzt auch wieder eine sandigere Ablagerung ein.
Im oberen Givet beginnt sich die Morphologie des Meersbodens mit Schwellen und Becken stärker durchzusetzen und es kommt zu einer lateralen Faziesdiffernzierung des Gesteinsserien. Während des oberen Givet endet die Ablagerung von Tentakulitschiefern und wird von submarinen |
vulkanogenen Gesteinsserien abgelöst. So finden sich spilitische Basalte (Grünstein) und vulkanische Produkte wie Schalstein. Die Becken zwischen den submarinen Vulkanen sind mit bituminösen kalkigen oder sandigen Schiefern gefüllt, z.T finden sich auch Flinzschiefer und Flinzkalke. In flachern Sedimentationsgebieten entstanden große Riffkalkablagerungen. Sie sind besonders im Norden ausgeprägt (Raum Brilon).
Die Mächtigkeit der Gesteinsserien ist entsprechend ihrer Ablagerungsräume verschieden. So beträgt die Mächtigkeit der reinen Beckensedimente 200-800m während die Mächtigkeit der Schwellenfazies deutlich unter 100m liegt.
Die Grenze zwischen Mittel- und Ober-Devon im Waldecker Land ist keine Faziesgrenze, d. h. die Sedimentation des Mitteldevon schreitet unverändert ins Ober-Devon fort. Die laterale Faziesdifferenzierung wird jedoch deutlich komplizierter. Schwellen und Becken bleiben erhalten sind intern jedoch durch weitere morphologische Elemente gegliedert. Die einzelnen Becken zeigen zunehmend eine eigenständige Wechselfolge von Sedimentgesteinen und Magmatischen Einschaltungen. Sedimentationsbarren trennen Teile vom Becken ab, so dass es zur Ablagerung von Magersedimenten wie Kieselschiefer kommt.
Die tonig-sandige Fazies des Ober-Devon hat Mächtigkeiten von 300 bis 450m. Die Roteisensteinfazies wie der Adorfer Kalk, die auf Schwellen ausgeprägt ist, hat deutlich geringere Mächtigkeiten.
Interessierte Lese seinen hier auf die Arbeiten von MEISCHNER (1960/1966/1968), MEISCHNER und SCHNEIDER (1967) und SCHNEIDER (1969) verwiesen |